Frauen in der Architektur – zwischen Beruf, Gehalt und Familie

Frauen waren in der Architektur im Verlauf der Geschichte unterrepräsentiert beziehungsweise vergessen – eine Tendenz, die bis heute anhält. Zwar hatten Frauen in den meisten Berufen einen schwierigeren Stand als Männer, in der Architektur kommt aber erschwerend noch der technische Aspekt hinzu, der mit der Vorstellung von weiblichen Fähigkeiten nicht in Einklang zu bringen war. So ergab sich das Klischee, dass Frauen höchstens die Gestaltung des Innenbereichs beziehungsweise die Innenarchitektur zukam, während Männer das Gebäude selbst gestalteten und bauten. Allerdings gibt es in der Geschichte genügend Gegenbeispiele.

Architektinnen in der Geschichte

Schaut man sich heute auch nur die jüngere Geschichte der Architektur an, so werden dort viele Architektinnen nicht erwähnt, obwohl einige von ihnen doch bemerkenswerte Leistungen hervorgebracht haben, die es so in der Architektur zuvor nicht gab. Beispielsweise die Pariser Architektin Renée Gailhoustet, die eine terrassenartige Wohnungsanordnung entworfen hat, um mitten in Paris ähnliche Strukturen entstehen zu lassen wie auf dem Land – nicht nur die Erdgeschosswohnungen verfügen über Gärten, sondern auch die darüber liegenden. Der Nachwelt ist allerdings vorwiegend ihr Partner Jean Renaudie bekannt, der sich einen Namen mit Terrassenwohnungen gemacht hat.

Ein weiteres Beispiel für Frauen in der Architektur ist die Architektin und Bildhauerin Marlene Moeschke-Poelzig, die mit dem Architekten Hans Poelzig verheiratet war. Zwar war sie die alleinige Entwerferin des gemeinsamen Hauses, dennoch wurde sie für eine Fachzeitschrift aus einem Bild des Richtfestes herausretuschiert. Daraufhin zeigte die Aufnahme nur noch ihren Mann neben einigen Handwerkern.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Derartige Beispiele gibt es in der Geschichte der Architektur reichlich. Und auch heute noch müssen weibliche Architekten – wie in anderen Berufen – mit ungerechten Gehältern und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf kämpfen. Erschwerend kommt beim Architektenberuf noch hinzu, dass dieser sehr zeitintensiv ist, der Architekt jederzeit auf Abruf bereit sein und auf Probleme reagieren muss. Wer sich unter diesen Umständen auch noch um eine Familie kümmern muss, kann meist nur noch einfachere und weniger interessante Architekturtätigkeiten übernehmen. Teilzeitjobs als Architekt gibt es kaum, allein größere Büros können es sich leisten, auch solche Stellen anzubieten.

Fragt man Architektinnen heute nach der Stellung der Frau in der Architektur oder nach den Gründen dafür, bekommt man interessanterweise relativ unterschiedliche Einschätzungen. Während manche Architektin kaum einen Unterschied zwischen den Geschlechtern spürt, zeigen andere auf, dass es die allermeisten Frauen kaum in Führungspositionen schaffen. In der Architektur ist das umso überraschender, da mehr als die Hälfte aller Architekturstudenten weiblich sind. In die Selbstständigkeit trauen sich aber nur die allerwenigsten und auch in der Lehre sind kaum Dozentinnen vertreten.

 

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