Heilende Architektur: Wie Architektur die Gesundheit fördert

Nicht nur Ärzte, Behandlungsmethoden und Medikamente fördern die Heilung eines Patienten – auch die Architektur kann einen erheblichen Teil dazu beitragen. Um eine entsprechende Krankenhausarchitektur zu gestalten, müssen Architekten wie Innenarchitekten an einem Strang ziehen. Eine der Herausforderungen ist auch die Alterung der Gesellschaft und die sich damit wandelnden Bedürfnisse und Krankheitsbilder.

Heilende Architektur bzw. heilende Räume haben sowohl auf die Psyche als auch den Körper und die Kognition einen Einfluss und können daher als ganzheitlicher Ansatz gesehen werden. Licht, eine angenehme Akustik und Farbe spielen genauso eine Rolle wie gerade und kurze Gänge.

Ansprüche an die Krankenhausarchitektur

Die Krankenhausarchitektur der Zukunft muss den niedrigeren Geburtenraten und der steigenden Lebenserwartung angepasst werden. Das bedeutet zum einen weniger Kreissäle und Geburtsstationen und zum anderen mehr Fokus auf eine Umgebung und Infrastruktur, in der sich auch Demenzpatienten zurechtfinden. Aufgrund der Tatsache, dass Demenzkranke schnell die Orientierung verlieren, müssen Stationen übersichtlich gestaltet werden, aber auch Orientierungspunkte aufweisen.

Auch die verschiedenen Bereiche eines Krankenhauses – von der für alle sichtbaren Fassade über halböffentliche Räume bis hin zu den Pflegebereichen – sollten aufeinander abgestimmt sein. Sie dürfen nach außen hin nicht abschrecken und müssen gleichzeitig transparent wirken, während sich innen die Patienten geschützt fühlen sollen.

Aspekte der Innenarchitektur in Krankenhäusern

Das Licht in den Gängen und den Patientenzimmern sorgt nicht nur für mehr Orientierung und eine gesteigerte Wohlfühlatmosphäre. Es kann auch eine Reduzierung der Medikamentendosis zur Folge haben, da sich Patienten beruhigen, der Stress verringert und so der Heilungsprozess gefördert wird. Darüber hinaus ist bei richtiger Beleuchtung auch die Fehlerquote bei der Medikamentengabe geringer.

Bei den Farben der heilenden Architektur sind vor allem die Kombinationen entscheidend: Für ein Architekturprojekt in Hannover wurden die Farben Grün, Violett und Gelb zusammengestellt, die sich als besonders beruhigend erwiesen. Die Natürlichkeit der Farben wirkt sich positiv auf Angst- und Stresssituationen aus. Eine Notwendigkeit, alles in weiß zu halten, ist ohnehin nicht vorhanden und die weit verbreiteten grünlichen Anstriche von Krankenhauswänden empfinden viele Patienten als belastend und wenig gesundheitsfördernd.

Die Gestaltung vorhandener Krankenhäuser, die nicht ohne weiteres umgebaut werden können, obliegt daher überwiegend den Innenarchitekten. Bei entstehenden Bauten und Umbauten können durch die Zusammenarbeit mit planenden Architekten Krankenhäuser zu heilenden Räumen werden.

 

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