Städtebauliche Kriminalprävention

Bereits vor 150 Jahren wurden in den USA die Zusammenhänge zwischen Kriminalität und Städtebau untersucht. In Deutschland folgten entsprechende Studien vor allem in den 1960er- und 1970er-Jahren. Das Ergebnis war, dass insbesondere bestimmte Areale Kriminalität aus unterschiedlichen Gründen fördern. Mit den entsprechenden baulichen Maßnahmen lässt sich dem entgegenwirken, auch ohne dass zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erforderlich wären.

Vier Kriterien für mehr Sicherheit in der Stadt

Eine entsprechende Gestaltung von Wohngebieten in den Städten hat nicht nur kriminalitätsmindernde Wirkungen auf potenzielle Täter, sondern fördert auch das Verantwortungsbewusstsein der Bewohner. Erweckt das Gebiet einen anonymen und verwahrlosten Eindruck, haben Täter weniger Hemmungen, Straftaten zu begehen. Nach dem amerikanischen Architekten Oscar Newman haben sich vier Kriterien zur städtebaulichen Kriminalprävention herausgebildet:

1. Territorialität

Der Begriff meint die deutliche Abgrenzung von öffentlichen, halb-öffentlichen und privaten Räumen. Hierzu können beispielsweise Zäune oder Hecken dienen. Es soll insgesamt der Eindruck entstehen, dass für das jeweilige Areal Besitzansprüche bestehen, die im Zweifelsfall auch geltend gemacht werden.

2. Natürliche Überwachung

Dieser Planungsansatz bezieht sich auf die Gestaltung der Wohnhäuser. Ihre Platzierung und vor allem die Ausrichtung der Fenster müssen so gewählt sein, dass das Wohngebiet leicht einzusehen ist. Beispielsweise sind so Haustüren, Spiel- und Grünanlagen immer im Sichtfeld, was auch potenziellen Tätern zu verstehen gibt, dass sie beobachtet werden könnten und sie abschreckt.

3. Image

Das Image des Wohnviertels kann durch eine ansprechende Gestaltung sowohl der Gebäude als auch der gesamten Anlage positiv beeinflusst werden. Dies steigert die Identifikation der Bürger mit ihrem Wohnumfeld und gleichzeitig die Motivation, für dieses Sorge zu tragen.

4. Milieu

Dieser Punkt zielt vor allem auf die Überschaubarkeit der Nachbarschaft ab. Ein Gebäude sollte nicht zu viele Wohnungen umfassen beziehungsweise sollte die Anzahl der Wohnungen, die über denselben Hauseingang erreicht werden können, beschränkt sein. Das fördert die Identifikation der Bewohner und beugt Anonymität vor.

Weitere Maßnahmen zur kommunalen Kriminalprävention

Darüber hinaus sollten weitere Maßnahmen zur Sicherheit in der Stadt geschaffen werden. Dazu gehört unter anderem eine ausreichende nächtliche Beleuchtung. Auch die Belebung des Viertels durch Einkaufsmöglichkeiten und Cafés beugt Kriminalität vor.

Grundsätzlich sollten die Gebäude sowie die Anlage gepflegt und instand gehalten werden. Setzen Schäden und Verwahrlosung ein, kann das ebenfalls Kriminelle anziehen, da ein solcher Zustand suggeriert, dass das Viertel sich selbst überlassen ist und niemand dafür die Verantwortung übernimmt.

 

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